Autorin:
Antje Leißring

Kinderlebensmittel - eine kritische Betrachtung

All die verlockenden, bunten Angebote in den Regalen des Supermarktes, welche nicht selten speziell auf Kinder zugeschnitten sind, lassen für viele Eltern den Einkauf zu einer leidgeplagten Aktion werden. Wer kennt das nicht, das Quengeln der Kinder am Kühlregal, zwischen den Süßwarenregalen oder an der Kasse? Wenn es doch nur beim Quengeln bliebe. Oft artet so ein Einkauf zu einem Machtspiel zwischen Kindern und Eltern aus, was bis hin zu ohrenbetäubenden Wutausbrüchen der Kleinen führen kann – wenn sie nicht das bekommen, was sie sich wünschen. Wenn sie doch auch am Gemüsestand wegen einer Gurke oder Tomate so viel Aufstand machen würden! Doch können Eltern allein den Kindern die Schuld für diesen stressreichen Einkauf geben?

Wie die Industrie Kinder in ihren Bann zieht...

Gerade in den letzten Jahren haben die großen Konzerne der Lebensmittelindustrie gelernt, Kinder als eine wichtige Kundengruppe (aus)zunutzen. Durch geschickte Marketingstrategien wissen sie genau, wie die Wünsche der Kleinen befriedigt oder sogar geweckt werden können. So sind Lebensmittel entwickelt worden, die speziell auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten sind. Die sogenannten Kinderlebensmittel bestechen einerseits durch ihr Äußeres – kleine bunte Verpackungen mit bunten Comicfiguren, Abziehbildchen und Aufklebern lassen kein Kind kalt. Andererseits wird der Spieltrieb geweckt, indem in den Verpackungen kleine Figuren, Spiele oder Bastelmaterialien zu finden sind. Nicht zu vergessen sei die Sammelleidenschaft. Münzen, welche in eine Art Sparbuch geklebt werden verheißen ab einer gewissen Zahl ein Geschenk. Auch die Figurensammlung muss natürlich vollständig sein, man kann ja schließlich nicht nur drei Elefanten im Schrank stehen haben, wenn zur Gruppe doch eigentlich zehn gehören. Viele der Lebensmittel sind zudem sehr süß. Süßes lieben die Kinder und sind deshalb auch leicht dafür zu gewinnen. Weiterhin sind da auch die Werbesprüche und Aussagen auf den Verpackungen, welche vor allem den Eltern suggerieren sollen, das es sich doch um ein angeblich ernährungsphysiologisch hochwertiges Produkt handele. So werden Aussagen getroffen, wie "mit der Extra Portion Milch", "besonders reich an Calcium" oder "reich an Vitaminen und Mineralstoffen". Schließlich wollen die Eltern nur das Beste für ihre Kleinen und dazu gehört eine gesunde Ernährung. Ob diese Lebensmittel wirklich gesund sind, sei dahingestellt und soll später näher beleuchtet werden.
 
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) erstellte 2001 eine Übersicht mit 244 Kinderlebensmitteln (ab 3 Jahre) und 64 Produkten für Kleinkinder (1 bis 3 Jahre). Diese wurden wiederum in verschiedene Hauptkategorien unterteilt. So werden folgende Kinderlebensmittel unterschieden:
  1. Süßwaren und Gebäck
    z.B. Nimm 2; Lachgummi; Choco Prinz, Kinder Maxi King; Kinderüberraschung u.a.
  2. Convenienceprodukte
    z.B. Käptīn Iglo Fischstäbchen; Fruchtbombe; Kids Tomatensuppe mit lustigen Nudeln u.a.
  3. Getreideprodukte
    z.B. Choco Balls; Choco Smacks; Cini Minis u.a.
  4. Milchprodukte
    z.B. Frischkäse Kiri; Fruchtzwerge; Monster Backe; Käptīn Kuck
  5. Getränke
    z.B. Kaba; Nesquick; Capri Sonne; FruchtTiger; Fruchtzwerge Drink;
Auch die Produkte speziell für Kleinkinder werden in die Kategorien Gebäck, Junior Menüs, Getreideprodukte, Milchprodukte sowie Getränke eingeteilt. Diese Produkte unterliegen strengeren Vorschriften als die Kinderlebensmittel.

 

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© by Antje Leißring