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Kinderlebensmittel - eine kritische Betrachtung
Was kann man tun?
Jeder Elternteil, welcher es schon einmal ausprobiert hat, den Kindern Produkte jeglicher Art vorzuenthalten bzw. zu verbieten wird schlechte Erfahrung gemacht haben. Verbotenes lockt gerade und der Appetit wächst ins Unermessliche. Denn spätestens dann, wenn die Kleinen in die Schule kommen und eventuell Taschengeld zur Verfügung haben, können Eltern kaum noch Einfluss ausüben. Kinderlebensmittel sollten demnach nicht gänzlich aus dem Ernährungsplan verschwinden, jedoch sollten sie nur einen sehr geringen Platz einnehmen oder durch Alternativen ersetzt werden. Kinderlebensmittel sind keinesfalls notwendig aber sie versüßen das Leben.
Auf die Grundernährung kommt es an
Mit dem 1. Lebensjahr sollte ein Kind an die normale familiäre Ernährung gewöhnt werden. Hierzu gehört eine abwechslungsreiche, vollwertige Kost, welche der Ernährungspyramide bzw. den 10 Regeln der DGE entspricht (siehe Abbildung).
Speziell auf Kinder ausgerichtet gibt es auch die Ernährungsweise nach OPTIMIX.
Fertiggerichte speziell für Kinder sind hier nicht mehr notwenig. Diese sind häufig sehr eintönig im Geschmack, zu stark zerkleinert und laut Aussage des Ministeriums für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg stimmt auch die Nährstoffzusammensetzung häufig nicht.
- Nutzen Sie möglichst natürliche Lebensmittel und bereiten Sie für die Kleinen selbst kleine Gerichte zu! Dies verlangt zwar etwas Zeit, dennoch haben Sie dadurch den Vorteil, dass Sie genau wissen, was Ihr Kind isst und welche Zutaten Verwendung gefunden haben. Auch die Nährstoffrelationen stimmen.
- Verwenden Sie möglichst viele verschiedene Ausgangsrohstoffe und variieren Sie! So wird eine einseitige Ernährungsweise verhindert. Ebenfalls werden die Geschmacksknospen Ihrer Kleinen trainiert.
- Um Ihnen die Arbeit selbst zu erleichtern setzen Sie sich einmal in der Woche mit der Familie zusammen und besprechen Sie den Speiseplan der kommenden Woche! So werden die Wünsche der Kleinen mit aufgenommen aber auch Ihr Verlangen, Ihre Sprösslinge möglichst gesund zu ernähren. Hören Sie sich gegenseitig zu und diskutieren Sie darüber im Ruhigen!
- Versuchen Sie Ihre Kinder ins Kochgeschehen mit einzubeziehen und kleine Aufgaben zu übernehmen! Gerade kleineren Kindern bereitet dies viel Freude, da sie in des Erwachsenengeschehen mit einbezogen werden. Was man selbst gekocht hat, schmeckt einem auch häufig viel besser.
- Achten Sie darauf, dass es gerade für Kinder, da sie noch viel Energie benötigen, neben den drei Hauptmahlzeiten noch kleine Zwischenmahlzeiten gibt! D.h. aber nicht, dass hier unüberlegtes Naschen erlaubt ist. Ständiges Naschen zwischendurch verdirbt nur den Appetit zu den Hauptmahlzeiten.
Für das gewisse Extra
Ganz ohne Naschen und Süßes geht es bei den Kleinen einfach nicht. Sie toben den Ganzen Tag herum, verbrauchen sehr viel Energie und die Vorliebe für Süßes ist nun einmal jedem Menschen mit in die Wiege gelegt worden. Dies soll auch so bleiben. Dennoch gibt es einige Regeln zu beachten, damit Karies oder Übergewicht außen vor bleiben.
- Verbieten Sie Süßigkeiten nicht rigoros! Verbotenes lockt nur und steigert den Appetit. Arbeiten Sie dementsprechend immer wieder mal etwas Süßes in den täglichen Speiseplan ein, sei es Pfannkuchen, Milchreis mit Zimt und Zucker oder Vanillepudding!
- Süßigkeiten sollte es nur im Zusammenhang mit den Hauptmahlzeiten geben, z.B. als Nachspeise. Dies’ liegt in der Gefahr für Karies begründet, wenn wahllos zwischendurch Süßes genascht wird (Stichwort: Säurehaushalt).
- Leckere Zwischenmahlzeiten können Sie auch selbst zubereiten, wie z.B. Milchshakes, Quarkspeisen oder Joghurt. Beziehen Sie auch hier ihr Kind ein!
- Suchen Sie Alternativen zum Knabbern! Es muss nicht immer der dicke Schokoladenriegel sein. Versuchen Sie es doch mal mit Studentenfutter, Reispuffer, Vollkornkeksen oder selbsthergestellten Müsliriegeln. Auch süße Früchtespieße kommen bei Kindern gut an.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Kleinen keinen ungehinderten Zugang zu den Süßigkeiten haben! Sie sollten immer Fragen müssen!
- Nutzen Sie Süßes nie als Belohnungsstrategie! Ihr Kind lernt so keinen gesunden Bezug zu den Lebensmitteln kennen. Es wird später stets Lebensmittel als Trost oder Bestrafungsmittel ansehen und sich z.B. zu einem Frustesser entwickeln.
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