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Es erscheint offensichtlich, daß die rigide Kontrolle des
Eßverhaltens im Schlaraffenland ebenso zum Scheitern verurteilt ist,
wie ein völlig unkontrolliertes Eßverhalten. Die adäquate
Verhaltensanpassung an die Überflußgesellschaft kann nur in der
flexiblen Kontrolle des Eßverhaltens bestehen."
(*Quelle: Moderne Ernährung heute, Hrsg: Reinhard Matissek)
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Motivation zur gesunden Ernährung
5.3 Maßnahmen zur Motivation zusammenfassend
- Den Mensch als Individuum betrachten, mit all seinen Bedürfnissen,
Vorlieben, Ritualen, Ansichten ua. Faktoren, die auf sein Eßverhalten
Einfluß haben und diese in die Verhaltensmodifikation mit einbeziehen!
- Keine Verbote aussprechen, denn Verbote locken und erschweren die
Verhaltensmodifikation, eher nicht erwünschtes Verhalten durch Alternativen
und effizientere Lösungen ersetzen!
- "Learning by doing" mit Hilfe der Schulung der sinnlichen
Wahrnehmung oder Kochkurse können neu erlernte Verhaltensweisen eher in die
Gewohnheit übergehen.
- Weniger ist oft mehr, d.h. nur Ziele vornehmen, die weder die Kompetenzen
des Beraters noch die Fähigkeiten des Patienten / Klienten überschreiten
- Merke: Es gibt keine gesunden Lebensmittel, nur Menschen können gesund
sein! Die Schwarz – Weiß Einteilung erschwert nur die erfolgreiche
Ernährungsumstellung!
- Den Patienten / Klienten über die einzelnen Phasen der
Verhaltensmodifikation aufklären, und mit ihm zusammen einen Rückfall -
Verhütungsplan entwickeln.
- Nur wissenschaftlich fundierte Informationen als Berater weiter geben, da
man sonst den Verbraucher nur irritiert und dieser bei seiner
Verhaltensmodifikation eher demotiviert ist.
- Auf das Problembewußtsein des Klienten / Patienten eingehen
Eine rationelle Informationsvermittlung von Ernährungswissen bringt nur
wenig Erfolg, da es auf die Patienten bzw. Klienten trocken und abstrakt wirkt.
Der Mensch ißt lieber mit Lust als mit Verstand. Deshalb haben sich
Beratungen besonders als effizient erwiesen, wenn man den Hilfesuchenden die
Möglichkeit bietet neue Verhaltensmuster einzuüben und das neue
Verhalten auch anzuwenden. "Learning by doing" sollte stets das Motto
einer effizienten Beratung sein. Ermöglicht werden kann dies z.B. durch
Kochkurse oder sensorische Übungen. In diesen können das Wissen,
Erleben und Anwenden gleichzeitig vermittelt werden.
6. Abschließende Worte
"Wir drohen aus dem Rhythmus zu geraten und das Maß zu verlieren.
Der Erfolg der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist mit der Zerstörung
von Gemeinschaftssinn, von Respekt vor Pflanze, Tier und Mensch und der letzten
Reste einer Eßkultur erkauft. Das tägliche Brot müßte mehr sein
als Nahrungsaufnahme, als Bedürfnisbefriedigung. Wir essen nicht nur, um zu
überleben, Essen ist auch ein Weg, ist Spiritualität – eingebunden in
Raum, Zeit, Rhythmus, Natur und Gemeinschaft."
(Lexikon, Gentechnik - Foodesign, Ernährung; AT Verlag)
Eine Verhaltensmodifikation kann somit nur erzielt werden, wenn das
Ernährungsverhalten eines Menschen als ein Zusammenspiel von Erfahrungen,
Einflußfaktoren durch die Umwelt und dem Menschen als Individuum
betrachtet wird. Dabei sollte man nie aus den Augen verlieren:
- Genuss braucht Zeit
- Genuss muß erlaubt sein
- Genuss geht nicht nebenbei
- Wissen, was einem gut tut
- Weniger ist mehr
- Ohne Erfahrung kein Genuss
- Genuss ist alltäglich
>> Einleitung
>> 1. Was kennzeichet eine gesunde Ernährungsweise?
>> 2. Warum ist eine gesunde Ernährung so wichtig?
>> 3. Das Wissen der Bevölkerung
>> 4. Einstellung zur gesunden Ernährungspraxis
>> 5. Motivation zu einer gesünderen Ernährungsweise
>> 6. Quellen
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